Goethe-Gesellschaft Rudolstadt

Goethe-Ges. Rud.

Mittwoch, 11. April 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Annette Seemann, Weimar
Christiane Vulpius, verheiratete Goethe - Dichtung und Wahrheit
Im Sommer 1788 begegnete der bereits damals weltweit berühmte Dichter und Minister Goethe der 17 Jahre jüngeren Christiane Vulpius, die in einer Werkstatt für die Herstellung von Papierblumen spärlichen Lohn empfing. Diese Begegnung führte zu einer bis zu ihrem Lebensende währenden und sich ständig vertiefenden Beziehung. Wie tief ihn ihr Tod erschütterte, zeigt seine letzte Liebeserklärung, geschrieben für ihren Grabstein: „Du versuchst, o Sonne , vergebens, Durch die düstren Wolken zu scheinen! Der ganze Gewinn meines Lebens Ist, ihren Verlust zu beweinen.“ Die gebildeten, vor allem aber eingebildeten Damen am Weimarer Hof empfanden diese „Liaison“ allerdings als unstandesgemäß, als Mesalliance, und beschimpften die junge Frau als „Goethes Bettschatz“ oder gar als Hure. Über die wahre Natur Christianes halten sich bis heute Gerüchte, falsche Behauptungen und „bewusste Verrätselungen“ (A.S.). In Wort und Bild wird Dr. Annette Seeman die Auseinandersetzung mit diesen Problemen führen und die Beziehung von Christiane von Goethe, geb. Vulpius, zu Johann Wolfgang von Goethe aufklären. Die Weimarer Literaturwissenschaftlerin ist vor allem durch ihre Übersetzertätigkeit, die zahlreichen Beiträge zur Kulturgeschichte Weimars und ihr Wirken als Vorsitzende des Freundeskreises „Gesellschaft Anna –Amalia-Bibliothek“ bekannt geworden.

Mittwoch, 16. Mai 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Heike Spies, Goethe-Museum Düsseldorf
Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit.
Goethe und Luther
Ohne Zweifel gehören Martin Luther und Johann Wolfgang Goethe zu den großen Persönlichkeiten der Weltkultur. Charakter und Lebenswerk Martin Luthers, insbesondere seine Bibelübersetzung, haben den Protestanten und Dichter Goethe lebenslang begleitet. Der bibelfeste Jurastudent schätzte die Klarheit des lutherischen Ausdrucks, gerade in der Jugend die deftig-derbe Sprache des Theologen. Er achtete die kämpferische Haltung des Reformators und verwendete als Dichter eine wesentlich von Luther bereitgestellte Sprache und Rhetorik. Davon zeugen viele Formulierungen und inhaltliche Anklänge in seinem literarischen Schaffen vom Jugenddrama „Götz von Berlichingen“ bis zum von ihm als sein „Hauptwerk“ bezeichneten „Faust“ II. Der Vortrag widmet sich der vielfältigen Bedeutung Luthers für Goethes Denken und die theologisch-literarische Auseinandersetzung im eigenen Werk. Die Referentin, Dr. Heike Spies, geboren in Düsseldorf, promovierte nach dem Studium in den Fächern Germanistik und Geographie über das Briefwerk Annette von Droste-Hülshoffs. Seit 1991 am Goethe-Museum Düsseldorf tätig, übernahm sie dort 1996 das Amt als Kustodin und stellvertretende Leiterin. Durch zahlreiche Vorträge auf nationaler und internationaler Ebene sowie Veröffentlichung von Aufsätzen und Publikationen machte sie auf sich aufmerksam. Heike Spies ist Gründungs – und Vorstandsmitglied der 2009 in Düsseldorf gegründeten Thomas-Mann-Gesellschaft.

Mittwoch, 21. Februar 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Matthias Biskupek, Rudolstadt
Der Rentnerlehrling
Eine Lesung und eine E-Mail an Goethe

Im Jahr 2004 wurde die deutsche Sprach-Welt von der Rechtschreibreform bewegt. Deshalb schrieb Matthias Biskupek damals ganz zeitgemäß eine Mail an Johann Wolfgang Goethe: „Eure Ausgabe Letzter Hand haben wir bis dato stets von einem allerletzten Händchen redigieren lassen, damit den Normen der gültigen deutschen Rechtschreibung entsprochen wurde, denn ein Tor, aber kein Donnergott Thor ist, wer heute Thür und Thor schreibt.“ Bei der ganz neuen deutschen Reform aber tun sich Probleme auf, von denen Goethe nichts ahnen konnte. Darüber und überhaupt über das Leben – nicht selten das eigene – hat Matthias Biskupek seine „66 Lebensgeschichten“ verfasst, von denen er einige aus seinem Buch „Der Rentnerlehrling“ für die Goethegesellschaft zum Besten gibt. "

Mittwoch, 21. März 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Peter Meuer, Hannover
Enttäuschte Liebe und rettende Poesie
Die „Marienbader Elegie“ in der Autographen-Sammlung „Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Dem Zusammentreffen des lebenserfahren-gealterten Johann Wolfgang von Goethe mit der weltoffen-jungen Ulrike von Levetzow im Kurbetrieb von Marienbad verdankt die deutsche Literatur ein so ergreifend schönes wie rätselhaftes Gedicht mit dem schlichen Titel „Elegie“.
Drei handschriftliche Fassungen sind im vergangenen Jahr von Peter Meuer vorgestellt worden. Sie dokumentieren anschaulich das Entstehen eines großen Gefühls und einer großen Dichtung, in der offenbarte Fassungslosigkeit in große poetische Form gefasst wird. Der
Autor zeichnet nach, wie tiefe menschliche Verunsicherung – in einer Art Selbsttherapie – mit Poesie, einem Heilungsprozess vergleichbar, zu neuer Lebens- und Schaffenskraft verhilft.
Peter Meuer war Buchhändler und arbeitete über 30 Jahre als Lehrer an einem hannoverschen Gymnasium. Von 1995 bis 2016 leitete er die Ortsvereinigung der Goethe-Gesellschaft Hannover.

Mittwoch, 20. Juni 2018, 19.00 Uhr, Schiller-Haus

J. W. Goethe: Novelle - eine „Löwen und Tiger-Geschichte“ Lesung: Timo Gutekunst, Violoncello: Cornelie Mier „Zum Tun gehört Talent, zum Wohltun Vermögen.“ 

Montag, 25. Juni - Mittwoch, 27. Juni 2018

Exkursion in die Kulturlandschaften Wörlitz - Wittenberg - Dessau

Sonnabend, 1. September 2018, 11.00 Uhr, Torhaus Schwarzburg

Fürstliche Erlebniswelten Schloss Schwarzburg
Zum 269. Geburtstag von J. W. Goethe

Mittwoch, 19. September 2018, 15.00 Uhr, Staatsarchiv Heidecksburg

Frank Esche, Rudolstadt „950 Jahre verwahrte Geschichte“ Amüsante, erotische, kuriose und gruselige Ereignisse aus Thüringen „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen. “ 

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Claudia Taszus, Jena
„Wem wohl das schönste Glück des Lebens beut? Wer freudig tut, sich des Getanen freut!“
Goethe und Ernst Haeckel

Mittwoch, 21. November 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Daniela Danz,
Rudolstadt „Von Bienen und Helden“
Werkstattgespräch mit der Autorin, Wissenschaftlerin, Museumsleiterin

Freitag, 7. Dezember 2018, 16.00 Uhr

Geselliger Jahresausklang

„Aufrichtig zu sein,
kann ich versprechen,
unparteiisch zu sein,
aber nicht.

Mittwoch, 17. Januar 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Jahreshauptversammlung
Anschließend: Rückblick auf Exkursionen der Goethe-Gesellschaft, vorgestellt von Herrn Dr. Michels

Foto: Dr. Christoph Michels
nach oben▲